{"id":680,"date":"2025-03-28T07:16:00","date_gmt":"2025-03-28T07:16:00","guid":{"rendered":"https:\/\/news.marquis-magazine.com\/?p=680"},"modified":"2025-05-26T08:15:58","modified_gmt":"2025-05-26T08:15:58","slug":"marquis-84-mary-ellen-kinky-words","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/news.marquis-magazine.com\/de\/marquis-84-mary-ellen-kinky-words","title":{"rendered":"MARQUIS 84: MARY ELLEN KINKY WORDS"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-group is-nowrap is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-ad2f72ca wp-block-group-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:100%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/news.marquis-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/helgeunterweg_maryellen_februar2024-121-683x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-681\"\/><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"translation-block\">Seit 2017 ist Mary in der BDSM- und Fetisch-Szene unterwegs.<br>\nDavor lagen lange <br>Jahre des Zweifelns<br>\nund der Unsicherheit,<br> denn ihre Vorlieben entdeckte sie <br>bereits in fr\u00fcher Kindheit.<br>\nIhr Antrieb: Niemand<br> soll diese Phase\ndes Zweifelns \u2013<br> diesen \u00abStruggle\u00bb\ndurchleben m\u00fcssen.<br>Deshalb teilt Mary seit Anfang 2023 ihr <br>Wissen und ihre pers\u00f6nlichen <br>Erfahrungen zu Fetischen und BDSM<br>\nauf Instagram, YouTube und TikTok.<br>\nF\u00fcr ein Kink-positives Leben und Miteinander.<br>\n@mary_ellxn<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\">Latex: Zwischen Privatsph\u00e4re und \u00d6ffentlichkeit<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size translation-block\">\u00abGilt ein Latex-Catsuit auch als\n\u201aTextil\u2018?\u00bb\nfragte ein Freund von mir spa\u00dfeshalber in\nunserer Chatgruppe. Wir planen, mit ein paar\nFreunden in eine Sauna zu gehen, und wollen\nsicherheitshalber auch Kleidung f\u00fcr die\nTextil-Sauna mitnehmen.\nIch habe schon oft mitbekommen, dass es ein\nh\u00e4ufiger Wunsch in unserer Community ist, in\nLatex zu saunieren, im Pool zu schwimmen oder\nam Strand zu spazieren. Auf der Pleasure Bay\nist das nat\u00fcrlich problemlos m\u00f6glich, denn dort\nhabt ihr ein komplettes Hotel auf Kreta f\u00fcr euch\nalleine - doch wenn ihr nicht gerade dort seid,\nstellt uns die Auslebung solcher W\u00fcnsche im\n\u00f6ffentlichen Raum vor einige Schwierigkeiten:\nDie Abw\u00e4gung zwischen pers\u00f6nlicher Freiheit\nund R\u00fccksichtnahme auf die \u00d6ffentlichkeit ist\nkomplex \u2013 ein Thema, das weit \u00fcber den\nSaunabesuch hinausgeht:\nWo sind die Grenzen? Zwingen wir Menschen\nunsere Sexualit\u00e4t auf? Und wie viel muss die\n\u00d6ffentlichkeit auch einfach mal abk\u00f6nnen?\nRechtlich gesehen ist Latex meist unproblema-\ntisch, solange keine expliziten sexuellen\nHandlungen stattfinden. F\u00fcr den Sauna- oder\nPoolbesuch reicht die Beachtung der Hausregeln\naus. Doch auch ohne rechtliche Konsequenzen\nbleibt die Frage nach sozialer Akzeptanz und\nKonsens bestehen.\nEin Grundsatz der Community ist, dass nichts\nohne Konsens stattfinden darf. Die Konsequenz\nist, dass im Prinzip alle Menschen, die in\nSichtdistanz sind, nach Konsens gefragt werden\nm\u00fcssten. Dies ist insbesondere bei Menschen\nrelevant, die beispielsweise Zeug*innen eines\nLatex-Fotoshootings oder einer Session im\n\u00f6ffentlichen Raum werden k\u00f6nnten.\nWer komplett auf der sicheren Seite sein will,\nder sollte dies ausnahmslos tun; denn selbst\nwenn etwas gesetzes- oder hausregelkonform\nist, ist die Sicherstellung des Konsens nat\u00fcrlich\nrichtig.\nEs gibt meiner Meinung nach jedoch ein paar\nF\u00e4lle, die nach eigenem Ermessen eine\nAbweichung von diesem Grundsatz zulassen.\nUm diese F\u00e4lle zu betrachten, stellt euch bitte\nvor, dass ein Latex-Fotoshooting in Heavy\nRubber inkl. Maske stattfindet. Hier liegt\nm\u00f6glicherweise ein starker Fetischbezug vor,\naber es finden keine konkreten sexuellen\nHandlungen statt. Der einzige Unterschied ist\nder Ort der Aufnahme:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size translation-block\">A: Das Fotoshooting findet in einer fahrenden\nU-Bahn (inkl. unbeteiligter Mitfahrender)\nstatt.<br>\nB: Das Fotoshooting findet vor dem K\u00f6lner Dom\nstatt.<br>\nC: Unbeteiligte sehen das Foto (unabh\u00e4ngig\nvom Ort der Aufnahme) sp\u00e4ter auf Instagram.<br>\nDiese drei Situationen unterscheiden sich in\nmehreren entscheidenden Aspekten:\nWie lange sind Unbeteiligte der Situation\nausgesetzt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size translation-block\">In Fall C haben die Betrachter*innen auf\nInstagram die volle Kontrolle \u00fcber die Dauer\nder Exposition \u2013 ein Wischen gen\u00fcgt, um das\nBild zu \u00fcberspringen. In Fall B, vor dem K\u00f6lner\nDom, h\u00e4ngt die Dauer von der Verweildauer der\nPassant*innen ab, meist also nur wenige\nMinuten. Anders ist es in Fall A: Hier befinden\nsich die Unbeteiligten in einer fahrenden\nU-Bahn, in der sie \u00fcber die gesamte Fahrtzeit\nhinweg der Situation ausgesetzt sein k\u00f6nnten,\nohne die M\u00f6glichkeit, einfach auszusteigen.\nWie leicht k\u00f6nnen sich Unbeteiligte der\nSituation entziehen?\nIn Fall C ist die Fluchtm\u00f6glichkeit am gr\u00f6\u00dften:\nMit einem Klick kann das Bild \u00fcbersprungen\noder der Account blockiert werden. In Fall B ist\ndas Verlassen der Situation etwas aufw\u00e4ndiger,\naber immer noch m\u00f6glich \u2013 schlie\u00dflich handelt\nes sich um einen gro\u00dfen, offenen Platz, an dem\nman sich wegdrehen oder weitergehen kann.\nFall A ist hier am problematischsten: In der\nbeengten Umgebung einer U-Bahn ist es kaum\nm\u00f6glich, der Situation auszuweichen, und ein\nAussteigen ist mit Verlust an Zeit und Komfort\nverbunden.\nWie nah dran sind die Unbeteiligten?\nIn Fall C besteht keinerlei physischer Kontakt:\nDie Fotos werden digital konsumiert, und jede\/r\nbleibt in der eigenen Privatsph\u00e4re. In Fall B\nkann der Abstand gr\u00f6\u00dfer oder kleiner sein, je\nnachdem, wo die Passant*innen sich befinden\n\u2013 niemand wird gezwungen, direkt in der N\u00e4he\nzu bleiben. In Fall A hingegen sind die\nMenschen unmittelbar und k\u00f6rperlich nah am\nGeschehen, was die Situation besonders\nintensiv und potenziell unangenehm macht<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size translation-block\">Wie sexuell ist die Situation?<br>\nAuch wenn keine konkreten sexuellen Handlungen stattfinden, h\u00e4ngt die Wahrnehmung des\nAusma\u00dfes an Sexualit\u00e4t vom Empfinden der\neinzelnen Person ab. Und diese Empfindungen\nsind legitim. Je beengter, je l\u00e4nger und je\nschwieriger die Fluchtm\u00f6glichkeit ist, umso\nniedriger liegt meiner Meinung nach die Schwelle\ndessen, was als sexuell empfunden wird, da der\nenge Raum und der fehlende Ausweg die\nIntensit\u00e4t der Situation verst\u00e4rken.<br>\nF\u00fcr mich pers\u00f6nlich gilt: Je l\u00e4nger Menschen mir\nausgesetzt w\u00e4ren, je schwerer es ist, sich der\nSituation zu entziehen, je n\u00e4her Unbeteiligte dran\nsind und je sexueller die Inszenierung wirkt, desto\nklarer ist f\u00fcr mich, dass ich das Risiko, die\nPrivatsph\u00e4re und den Konsens anderer zu\nverletzen, nicht eingehen w\u00fcrde.<br>\nVielleicht fragt ihr euch, wie ich auf das Beispiel\nmit dem Fotoshooting in einer fahrenden U-Bahn\ngekommen bin? Solche Shoots sind tats\u00e4chlich\nschon passiert \u2013 zum Beispiel in Berlin, einer\nStadt, die f\u00fcr ihre Offenheit bekannt ist.<br> Doch genau hier stellt sich f\u00fcr mich die Frage: Ist das\nzu aufdringlich? Die Wahl des Ortes inkl.\nregionaler oder kultureller Nuancen ist entschei-\ndend \u2013 und das gilt nicht nur f\u00fcr Latex, sondern\nauch f\u00fcr andere Ausdrucksformen wie Shibari.\nF\u00fcr mich ist entscheidend, dass die Balance\nzwischen pers\u00f6nlichem Ausdruck und R\u00fccksicht\nauf Unbeteiligte gewahrt bleibt. Genau deshalb\nhabe ich mich bei meinen non-sexuellen\nFessel-Shootings bewusst f\u00fcr Orte entschieden,\ndie zwar \u00f6ffentlich einsehbar und frequentiert\nwaren, aber wo keine anderen Menschen lange\nverweilten. Die Reaktionen von Unbeteiligten\nwaren bisher, wenn \u00fcberhaupt, gelassen,\nneugierig oder interessiert. Ich denke, das l\u00e4sst\nsich auf Latex \u00fcbertragen.\nDenn egal, ob Latex-Catsuit in der Sauna oder\nFotoshooting in der U-Bahn \u2013 die Frage bleibt: <br>Wie\nviel k\u00f6nnen wir von der \u00d6ffentlichkeit erwarten,\nund wie viel Verantwortung tragen wir selbst? Am\nEnde w\u00fcrden wir uns beim Saunabesuch f\u00fcr\neinen Latex-beschichteten Badeanzug entschei-\nden. Warum? Weil Kompromisse manchmal gar\nnicht so schlimm sind. Sie k\u00f6nnen auch T\u00fcren\n\u00f6ffnen \u2013 zu mehr Verst\u00e4ndnis, Respekt und einer\ntoleranteren Gesellschaft. Nat\u00fcrlich gibt es dabei\nHerausforderungen: Missverst\u00e4ndnisse oder\nunbeabsichtigte Grenz\u00fcberschreitungen k\u00f6nnen\npassieren. Doch ebenso k\u00f6nnen sich daraus\nChancen ergeben \u2013 wie ein interessierter\nAustausch oder sogar ein neugieriges Gespr\u00e4ch\nmit Fremden.\nEhrlich gesagt denke ich an diese Gespr\u00e4che mit\nFremden \u00fcber Latex oder Shibari immer noch\nsehr gern zur\u00fcck. Ich bin gespannt auf unsere\nErfahrung in der Sauna. Wer wei\u00df: Vielleicht\nbegegnen wir ja dort einer Person, die an Latex\ninteressiert, aber unerfahren ist, und so ihre\nersten Kontakte in die Community kn\u00fcpfen kann?<br><br>\n<strong>Was sind eure Erfahrungen, und wie w\u00e4gt ihr\nab? Lasst uns auf der Website des Marquis\nMagazines gern euren Kommentar dazu da.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-comments\">\n\n\n\n\n\n\t<div id=\"respond\" class=\"comment-respond wp-block-post-comments-form\">\n\t\t<h3 id=\"reply-title\" class=\"comment-reply-title\">Schreibe einen Kommentar <small><a rel=\"nofollow\" id=\"cancel-comment-reply-link\" href=\"\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/680#respond\" style=\"display:none;\">Antwort abbrechen<\/a><\/small><\/h3><form action=\"https:\/\/news.marquis-magazine.com\/wp-comments-post.php\" method=\"post\" id=\"commentform\" class=\"comment-form\" data-trp-original-action=\"https:\/\/news.marquis-magazine.com\/wp-comments-post.php\"><p class=\"comment-notes\"><span id=\"email-notes\">Deine E-Mail-Adresse wird nicht ver\u00f6ffentlicht.<\/span> <span class=\"required-field-message\">Erforderliche Felder sind mit <span class=\"required\">*<\/span> markiert<\/span><\/p><p class=\"comment-form-comment\"><label for=\"comment\">Kommentar <span class=\"required\">*<\/span><\/label> <textarea id=\"comment\" name=\"comment\" cols=\"45\" rows=\"8\" maxlength=\"65525\" required><\/textarea><\/p><p class=\"comment-form-author\"><label for=\"author\">Name <span class=\"required\">*<\/span><\/label> <input id=\"author\" name=\"author\" type=\"text\" value=\"\" size=\"30\" maxlength=\"245\" autocomplete=\"name\" required \/><\/p>\n<p class=\"comment-form-email\"><label for=\"email\">E-Mail-Adresse <span class=\"required\">*<\/span><\/label> <input id=\"email\" name=\"email\" type=\"email\" value=\"\" size=\"30\" maxlength=\"100\" aria-describedby=\"email-notes\" autocomplete=\"email\" required \/><\/p>\n<p class=\"comment-form-url\"><label for=\"url\">Website<\/label> <input id=\"url\" name=\"url\" type=\"url\" value=\"\" size=\"30\" maxlength=\"200\" autocomplete=\"url\" \/><\/p>\n<p class=\"comment-form-cookies-consent\"><input id=\"wp-comment-cookies-consent\" name=\"wp-comment-cookies-consent\" type=\"checkbox\" value=\"yes\" \/> <label for=\"wp-comment-cookies-consent\">Meinen Namen, meine E-Mail-Adresse und meine Website in diesem Browser f\u00fcr die n\u00e4chste Kommentierung speichern.<\/label><\/p>\n<p class=\"form-submit\"><input name=\"submit\" type=\"submit\" id=\"submit\" class=\"submit\" value=\"Kommentar abschicken\" \/> <input type='hidden' name='comment_post_ID' value='680' id='comment_post_ID' \/>\n<input type='hidden' name='comment_parent' id='comment_parent' value='0' \/>\n<\/p><input type=\"hidden\" name=\"trp-form-language\" value=\"de\"\/><\/form>\t<\/div><!-- #respond -->\n\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mary has been active in the BDSM and fetish scenesince 2017. 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